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(Auszug aus meinen Roman)

 

Da mich meine Inspiration, was Namen betreffen, noch im Stich lässt,

hab ich die aus meinem Umfeld geklaut. Nicht böse sein ;)

Kapitel 1


Ein Sonnenstrahl drang durch den Wolkenbehangenen Himmel. Vom Blätterdach liefen die Wassertropfen herunter, die der vergangene Regenschauer hinterließ. Die Eichhörnchen verscharrten die letzten Nüsse im Boden, das Rotwild aß das letzte saftige Gras und das Zwitschern der Vögel war zu vernehmen. Ihr fröhliches Lied durchbrach die Urstille des Waldes und die kalte Luft. Die hohen Töne drangen durch das dichte Blätterdach der Äste, und als sie den weichen, lehmbedeckten Waldboden erreichten, verschluckte der helle Teppich gefallener Blätter das Geräusch. Eifrig erledigten die Waldbewohner die lebensnotwendigen Vorkehrungen für den nahenden Winter. Die schnatternden Vögel strichen hoch, und die Eichhörnchen mit ihrem buschigen Schwänzen verschwanden in ihren sicheren Unterschlupf, als eine Gestalt hinter den Bäumen auftauchte, Zweige knackten, und sie erschien auf der Lichtung.
„Hej-jaa!“ Höhnisches Gelächter erklang.
Die erregten Stimmen schreckten eine reglose Gestalt auf, versetzten sie in Bewegung, als sie lauter wurden und die Reiter immer näher kamen. Dann waren die Stimmen nur noch ein bedrohliches Geräusch, das sich mit dem Schnauben der Pferde vermischte. Sie näherten sich, und Melanie spürte beinahe ihren heißen Atem im Nacken, während sie ihre Röcke raffte und schnell über einen Baumstamm kletterte. Sie hielt inne, um nach Luft zu schnappen und lehnte sich haltsuchend an einen anderen Baum. Sie konnte die lauten Stimmen der Männer hören, die ganz in der Nähe das Unterholz absuchten, um ihr Versteck zu finden. Sie zitterte, als sie das raue Bellen der Hunde hörte und durch die Bäume sah, wie sich die Reiter zu ihr vorarbeiteten. Jede Sekunde brachte sie näher. „Verdammt! Wo versteckt sich die kleine Hexe?“ Nur wenige Meter entfernt von Melanie hielten sie inne. Die Pferde trappen nervös umher. Reglos stand sie da, starr vor Furcht und ihre Augen wurden unruhig, wie die eines gefangenen Tieres, suchten nach einem Ausweg.
„Bennet, Du wirst Dir für heut Abend wohl ein anderes Weib suchen müssen.“
„Ich will aber dieses Weibstück, sie soll mir das Bett wärmen!“, antwortet er entzürnt.

„Lass uns umkehren, ich gebe Dir einen aus.“
Ihr Herz pochte wild und sie wagte sich kaum zu atmen. Die Männer trieben ihr Pferd an und sind verschwunden. Sie war bis auf die Haut durchnässt, ihr Leib war kalt und schmutzig. Keuchend krabbelte sie aus ihren Versteck und bemerkte jetzt erst die tiefe Schnittwunde an ihrem Bein. Sie riss ein Stück Stoff vom Saum aus ihrem Kleid um die Wunde zu verbinden. Die Männer waren adlig gekleidet und sie vermutete, dass dies diejenigen waren, vor denen bekannt war, dass sie junge Mägde und Zimmermädchen für ihre Gelüste an sich nahmen. Lord Tomber´s Söhne missbrauchten ihre Rechte, indem sie die Pächter unter Druck setzen um ihre Töchter zu entwenden.
„Welche Sünde habe ich begannen, um all diese Demütigungen und Erniedrigungen zu verdienen?“, fragte sie sich.
Ihre Mutter Inge ließ sie von früh bis spät schuften und behandelte sie schlechter als ihr Personal. Ihr Bruder Michael hingegen bevorzugte sie. Seit Melanie´s Vater verschwunden ist hat sich vieles verändert. Da wo einst Liebe und Geborgenheit war, ist seit Jahren nur noch Hass und Kälte. Ein eisiger Wind kam auf und ihr wurde bewusst, dass sie wieder nach Hause gehen musste. Ihre Mutter schickte sie in den Wald um Pilze zu suchen, obwohl sie wusste, dass das das Jagdgebiet der wilden Adligen war.
„Vielleicht versucht sie mich wirklich loszuwerden.“, ging es ihr durch den Kopf.
Aber sie verwarf den Gedanken gleich wieder. Die Dämmerung begann und sie eilte den steinigen Weg zurück. Von weitem sah sie schon das graue Gemäuer, dass mit jedem Blick noch düsterer wirkt. Sie blieb vor der schweren Eichentür stehen, sie nahm all ihren Mut zusammen als sie anklopfte. Eine Dienerin der Familie öffnete die Tür und sah Melanie mit einem abwertenden Blick an. Sie trat hindurch und eilte die Treppen hinauf in ihre Kammer. Sie zog ihr durchnässtes, dreckiges Kleid aus, dass mehr einem Waschlumpen ähnelte. Dann zog sie ein anderes zerfetztes Stück an. Mit dem Holzkamm versuchte sie die Erde aus ihrem Haar zu kämmen. Seufzend setzte sie sich auf dem Holzstuhl. Nur ein kleines Fenster ließ den Mond herein scheinen und ihr wurde die gänzliche Leere ihres Lebens bewusst. In der einen Ecke lagen mehrere Felle, die ihr Nachtlager darstellen sollen, eine kleine schäbige Kommode und ein Bottich mit Wasser waren in der Kammer. Sie zitterte, als sie Schritte hörte. Jemand öffnete die Tür und sie zog sich in die Ecke zurück. Michael trat ein mit einem schelmischen Grinsen.
„Hast Du die Pilze mitgebracht?“
„Nein, ich habe sie verloren, als ich von Männern verfolgt wurde“, antwortete sie stockend.
Er ging auf sie zu und löste seinen ledernen Gürtel. Melanie schlug die Arme vor ihr Gesicht, dann folgte schon der erste stählerne Hieb. Mehrmals schlug er mit Vergnügen auf sie ein. Eine mahnende Stimme erklang hinter ihm.
„Hör auf, Sohn! Wir wollen doch nicht, dass sie morgen nicht imstande ist, ihren Pflichten nachzukommen“, sagte Inge.
Auf ihrem Gesicht lag ein befriedigendes Lächeln. Beide zogen sich zurück. Sie versuchte sich aufzurappeln um im Bottich sich das Blut von den Armen zu waschen. Auf der Wasseroberfläche spiegelte sich ihr Gesicht wider und mehr den je wurde ihr Fluchtvorhaben bestärkt. Der Schlaf übermannte sie, da sie viel zu erschöpft war um dagegen anzukämpfen. Später in der Nacht erwachte sie. Alles im Haus war ruhig, nur das Gackern der Hühner vom Stall neben dem Gebäude war zu hören. Der Mond stand schon hoch, es musste kurz nach Mitternacht sein. Melanie raffte sich auf und holte aus der Kommode ein großes kariertes Tuch, sie holte ihren Kamm und ihr Messer, das sie von ihrem Vater zu ihrem sechzehnten Geburtstag geschenkt bekommen hat. Sie legte sich den zerrissenen Umhang um die Schulter und nahm das Tuch mit dem Kamm und dem Messer. Behutsam öffnete sie die Tür, schlich langsam die Treppe hinunter um in die Küche zu gelangen. Sie entnahm einen Laib Brot, ein Stück Schinken, Käse und eine Flasche Kirschwasser. Aus der Schale nahm sie noch das Geld, das für die Bezahlung der Lieferanten gedacht war. Als alles in das Tuch eingewickelt war, verließ sie das Haus durch den Boteneingang. Im Schutz des Schattens lief sie die Mauer entlang. Sie erstarrte einen Augenblick, als die Hühner wild zu flattern begannen, als sie am Stall vorbei ging. Ihr Weg ging weiter bis zum großen Torbogen. Sie kletterte die Mauer hinüber. Einen letzten Blick warf sie zurück, bevor sie ihre lange Reise fortsetzte. Es war eine klare Nacht, der Mondschein drang durch das dichte Blätterdach der Bäume und leuchtete ihr den Pfad. Melanie hoffte dass sie bis zum Morgengrauen einige Meilen zurücklegen konnte, bis man ihr Verschwinden bemerken würde. Sie folgte dem Bachlauf in Richtung Süden. Einige male schrak sie auf, als sich auf ihrer Haut Insekten befanden. Der Himmel verdunkelte sich zunehmend. Ihr fröstelte bei dem Gedanken, was ihre Mutter und ihr Bruder mit ihr machen würden, wenn sie sie fänden. Sie würde niemals imstande sein, hierher zurückzukehren, und sich das auch nie wünschen, da sie heimatlos war, hatte sie keine andere Wahl, als nach London zu gehen. Ihre Familie würde erwarten, dass sie nach Hause flüchten würde, zu den vertrauten Plätzen die sie kannte, und sie wollte nicht riskieren von ihnen gefunden zu werden. Ein Sturm zog auf. Sie war froh über den einsetzenden Regen, da ihre Spuren somit verschwanden. Den Umhang fest an sich gehalten, lief sie durch den Wald. Am Horizont wurde es bereits heller. Als sie eine kleine Einbuchtung in einer Felswand entdeckte, beschloss sie kurz eine Pause zu machen um zu Essen. Sie brach ein Stück vom Brotlaib, trank einen Schluck aus der Flasche und verzerrte ein Stück Käse. Nachdem Melanie ihr karges Mahl beendet hatte, wickelte sie wieder alles in ihr Tuch und setzte ihren Weg vor. Sie erreichte eine Straße, hielt sich aber im Verborgenen, als sie einen Bauern mit seinem Karren entdeckte. Die Gefahr war zu groß erkannt zu werden. Es dauerte eine Ewigkeit bis der Bauer aus ihrem Blickfeld verschwand, da der alte Esel nicht mehr schneller die Lasten zogen konnte. Sie warf noch einen letzten Blick zu beiden Seiten und überquerte die Straße. Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel, ein leichter Wind herrschte und die Bäume raschelten. Nach einigen Stunden legte sie eine weitere Pause ein. Ihre Füße waren wund und blutig. Sie war ausgezerrt und mit letzter Kraft und der Hoffnung bald am Gasthof anzukommen. Sie wollte mit der Postkutsche nach London fahren um sich dort eine Anstellung als Gouvernante oder Gesellschafterin zu suchen; schließlich hatte sie eine anständige Erziehung genossen und war als Lady aufgewachsen. Sie würde sich jetzt nicht durch Selbstzweifel oder Unentschlossenheit von ihrem Kurs abbringen zu lassen. Der Tag ging zur Neige und wieder setzte der Regen ein. Melanie erspähte in weiter Ferne ein schwaches Licht. Der schlammige Boden erschwerte noch den letzten Abschnitt ihres ersten Reiseziels. Es donnerte und blitzte um sie herum, dabei musste sie einige male aufzucken....


FORTSETZUNG FOLGT... sobald ich den weiteren Text überarbeitet habe =)



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